Bei welchem Krankheitsbild findet man eine Zunahme der Erythrozytenzahl?

 

Beschreiben Sie die Interpretation der Blutwerte!

 

polyglobulieWir können hier beim Hämatokrit, beim Hämoglobin und bei den Erythrozyten immer einen gewissen Toleranzspielraum feststellen. Über diese Spielräume kann man sagen, hier bei diesen Werten sieht es so aus, dass die Männer eher den höheren Wert aufweisen und die Frauen eher einen niedrigeren Wert. Beim Hämatokrit, beim Hämoglobin bei den Erythrozyten ist das tatsächlich so.

Das bedeutet, der Normwert für Männer liegt eher im Bereich 5,5 Millionen, der für Frauen eher bei 4,5 Millionen. Eine Vermehrung der Erythrozyten, 4,5 mal 10 hoch 6, 10 hoch 6 = 1 Million, also 4,5 Millionen. Eine Erhöhung der Erythrozyten finden wir ebenfalls bei der Polyglobulie und der Polyzythämie vor.

Dann ist natürlich auch interessant, warum bekommt ein Mensch eigentlich eine Polyglobulie?

Die beiden wichtigen Gründe habe ich Ihnen schon genannt: Zwei Menschengruppen bei denen die Gründe für eine Polyglobulie nicht pathologisch sind, nämlich Sportler und Hochlandbewohner. Bei diesen Menschen besteht über längere Frist, gerade bei Ausdauersportlern, ein Sauerstoffdefizit und das zwingt den Körper dazu, über die Freisetzung von Erythropoetin, vermehrt Erythrozytent zu bilden.

Darüber hinaus haben wir eine Zunahme der Erythrozytenzahl zum Beispiel beim sogenannten Phäochromozytom, einem gutartigen Nebennierenmarkstumor. Bei diesem Geschehen findet eine Überproduktion von Adrenalin und Noradrenalin statt. Das heißt, der Körper befindet sich, obwohl sich der Mensch im Ruhezustand befinden mag, in einem permanenten Stresszustand, der Adrenalin- und Noradrenalinspiegel ist erhöht und unter diesen Stressbedingungen beginnt der Körper ebenfalls vermehrt Erythrozyten zu bilden.

 

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